In über 1.500 Gesprächen sind mir vier Dinge so oft begegnet, dass ich sie inzwischen fast erwarte. Keins davon hat damit zu tun, dass jemand zu wenig verdient.
Das ist das Erste, was ich sagen will: Fast alle Frauen, die zu mir kommen, verdienen ordentlich. Sie haben trotzdem das Gefühl, dass am Ende nichts übrig bleibt und dass irgendetwas nicht stimmt. Meistens stimmt auch etwas nicht — aber nicht das, was sie vermuten.
Erstens: keine Absicherung für den Fall, dass du nicht arbeiten kannst
Als Selbstständige bist du dein eigenes Geschäftsmodell. Fällst du aus, fällt das Einkommen mit aus — sofort, nicht nach sechs Wochen wie bei Angestellten.
Das ist der Punkt, den die meisten am längsten vor sich herschieben. Verständlich: Man beantragt eine Absicherung für einen Fall, den man sich nicht vorstellen will. Aber es ist der einzige Punkt auf dieser Liste, bei dem ein Aufschub richtig teuer werden kann — und der einzige, bei dem dein Alter und deine Gesundheit heute besser sind als in fünf Jahren.
Zweitens: die falsche Krankenversicherung
Nicht die schlechtere — die falsche. Also die, die zu einer Situation passt, in der du nicht mehr bist. Viele Frauen entscheiden sich am Anfang ihrer Selbstständigkeit für das, was gerade am günstigsten aussah, und schauen danach nie wieder hin.
Ob gesetzlich oder privat besser zu dir passt, hängt an deinem Einkommen, deiner Gesundheit, deiner Familienplanung und daran, wo du in zehn Jahren stehen willst. Das ändert sich. Die Versicherung nicht — jedenfalls nicht von allein.
Dazu habe ich einen eigenen Artikel geschrieben.
Drittens: Vorsorge aus einer Zeit, in der du woanders standest
Fast jede bringt mir Verträge mit, die sie irgendwann abgeschlossen hat — als Studentin, als Angestellte, kurz nach der ersten Rechnung, weil jemand gesagt hat, das sollte man haben.
Diese Verträge sind nicht automatisch schlecht. Manche sind sogar richtig gut und du solltest sie behalten. Aber sie wurden für ein Leben gemacht, das du so nicht mehr lebst. Einmal alles auf den Tisch legen und schauen, was noch passt: Das ist meist der Moment, in dem der Stein vom Herzen fällt.
Ich sage auch: „Bei dir ist gerade nichts zu tun.“ Das kommt öfter vor, als du denkst.
Viertens: keine Rücklage für Steuern
Der Klassiker, und der mit den schnellsten Folgen. Das Konto sieht gut aus, das Geschäft läuft — und dann kommt eine Nachzahlung, mit der niemand gerechnet hat.
Das ist kein Finanzprodukt-Thema, sondern ein Struktur-Thema. Wer von Anfang an trennt, was ihm gehört und was nicht, hat dieses Problem nie. Wer es nicht tut, arbeitet regelmäßig Monate lang einer Zahlung hinterher.
Was diese vier gemeinsam haben
Keine dieser Fallen entsteht, weil jemand nachlässig ist. Sie entstehen, weil man sich selbstständig macht, um etwas anderes zu tun — fotografieren, beraten, behandeln, gestalten — und nicht, um Verträge zu sortieren.
Deshalb dauert das Erstgespräch bei mir auch eine Stunde und nicht zehn Minuten. Wir legen einmal alles auf den Tisch, und danach weißt du, wo du stehst. Was du damit machst, entscheidest du.
Einmal alles auf den Tisch
Deutschlandweit, online oder in Köln. Kostet dich eine Stunde deiner Zeit.